1574: Deichschlag zwischen der Wilstermarsch und Dithmarschen

1573 schrieb Josias von Qualen, Amtmann zu Steinburg, in Büttel (Kirchspiel St. Margarethen) einen Brief an den Landvogt von Dithmarschen Henning Boie, in dem von Qualen Beschwerde darüber führt, dass die Dithmarscher noch nicht mit dem Deichbau begonnen hätten.


Briefaufschrift: Dem Hochgelarten vnd Erbarn Heren Henning Boien Fürstl. Holsteinischem Landtvogt im Mitlen vnd Norderndel Dithmarschen, vnd der Rechte Doctorn, minem besondern guden fründe.

Minen frundtlichen groth vnd alles guts thouorn, Hochgelarter vnd Erbar besunder guder frundt, Ick mag Iw frundtlicher meinunge nicht bergen, welcker gestalt der K. M. mineß gnedigen heren vnderdane, deß Suderdelß Dithmarschen Ingesetene, etliche Ihar hero mit einer bosen Kulen vp dem Ostermhoer beschweret gewesen vnd noch, dar se woll vnsegliche arbeitt vpgedhan, auerst desulue tho keinem bestande wedderbringen konnen, alß dat nha beschehener besichtigung hoichstgemelts mineß gnedigsten heren Stadtholderß, ock min vnd anderer vnparthiescher Vthkogeslüde, vor radtsam erachtet, dat de Mhorkule vorlaten vnd ein nie Dick daruor geschlagen werden scholde, welckeren nien dick de Ingeseten deß Suderdelß Dithmarschen van ehrer sith, vnd de Ingeseten der Wilster Marsch van ehrer sith, erstes dages im nhamen deß almechtigen anthofangen, vnd mit dessuluen hulpe thosamen thobringen willens vnd entschlaten, Wan dan mineß gnedigen heren hertzogen Iohansen vnderdhanen im Carspell Marne mit hoichstgedachts mineß gnedigsten heren vnderdhanen im Süderdel Dithmarschen, in einer Shebanck gelegen, de angeregte beschwerunge der Mhorkulen ehnen mede vorgestanden, vnd se benessenst den anderen deß Carspelß Marne Ingesetenen hiebeuorn darby tho arbeiden vnd wedderumb thom bestande thobringen dorch konigliche vnd fürstliche Mandat vnd schrivendt gedrungen worden, wo gy vth inuorwarter Copie tho ersehende, So hebben hoichgemelteß mineß gnedigsten heren vnderdane hoichgedachter F. D. vnderdanen disse dinge noithürfftig vnd mit allen vmbstenden fürtragen laten, der hapeninge, se wurden sich geburlich geschicket vnd ehnen ahne alle weigerung tho solckem angefangenen hoichnodigen wercke de hulplicke handt geleistet hebben, Dewill se auerst sich gantz weigerlick gestellet, alß hebben hoichstgemelts mineß gnedigen heren vnderdane mi ersucht, solchs schrifftlich an Iw gelangen tho laten vnd tho begeren, gy Iuwer befolenen vogedie Ingeseten im Carspell Marne vnd Barlte dem angeregten Kön. vnd fürstl. Mandat folge tho leisten furderligst vperleggen vnd befhelen mochten, Ob ick nhu woll nicht twiffle, gy tho erholdunge guder frundtlicker nhabarschop hirinnen an Iuwen flite nichts werden erwinden laten, So gelanget dennoch hirmit van hoichstgedachts mineß gnedigen heren wegen an Iw min beger, vor min Person auerst frundtlich bitt, Gy wollen de vorgenanten Iuwer befalenen vogedie Inwaner mit allem ernste darhen wisen vnd richten, dat se thofolge gerürts Mandats, so in der geschehenen Landeserbteilunge vthgangen, stracks thor stundt by dem Ostermhoer vp den butendick erschinen, den nien Dick nha antall ehrer ackermate beneuenst den anderen dem Mandate mit inuorliuet Carspelßluden mede anfangen, volenden vnd also der vorstanden gefhar vnd noith der Mhoerkulen sturen vnd weren helpen, Solchs gericket ehnen suluest thom besten, vnd ick bin idt henwedder frundtlich tho uorglicken erbuttig, Hirvp Iuwe schrifftlich anthworth biddende, Datum Buttell den 15. Iuly Anno 73.

Iosias v. Qualen m. p.


Quelle: Michelsen A.L.J. (1834): Urkundenbuch zur Geschichte des Landes Dithmarschen. Von diesem Buch existiert ein Reprint vom Scientia Verlag, 1969,
414 Seiten.


Letzte Änderung: 12.12.2009


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